Inhaltsverzeichnis
- Warum Wortwahl über den Erfolg entscheidet
- Zielgruppe definieren: Ton, Anrede, Erwartung
- Komplexe Sachverhalte einfach erklären
- User-Centered Writing: Texte konsequent am Bedarf ausrichten
- Verkaufsoptimierung: Sprache, die ins Handeln führt
- Eindeutigkeit: präzise statt vage
- Struktur & Leseführung: kurze Sätze, starke Verben, klare Reihenfolge
- Jargon vermeiden, Fachbegriffe erklären
- Beispiel-Überarbeitungen: vorher/nachher
- Qualitätssicherung: Redigieren wie ein Profi
- Fazit & nächster Schritt
- FAQ
Warum Wortwahl über den Erfolg entscheidet
Worte sind Ihr Interface. Bevor Design, Bilder oder Funktionen wirken, entscheiden Wortwahl, Satzbau und Ton darüber, ob Leserinnen und Leser verstehen, was Sie anbieten – und ob sie dabeibleiben. Schon kleine Unsauberkeiten kosten Aufmerksamkeit: vage Formulierungen, lange Schachtelsätze, unklare Bezüge. Wer verständlich, konkret und zielgerichtet schreibt, beugt Missverständnissen vor und erhöht Verweildauer sowie Bereitschaft zum nächsten Schritt. Das Prinzip ist simpel: Sprache reduziert Reibung. Sie räumt Stolpersteine aus dem Weg, beantwortet Fragen früh, lenkt den Blick und motiviert zur Handlung. Genau hier setzt dieser Leitfaden an.
Zielgruppe definieren: Ton, Anrede, Erwartung
Texte entstehen nicht im Vakuum. Bevor Sie einen Satz schreiben, klären Sie drei Punkte:
Wer soll den Text lesen? Was ist für diese Menschen wichtig? Wie sprechen Sie sie an? Aus diesen Antworten folgt der Tonalitätsrahmen: formal („Sie“) oder persönlich („Du“), sachlich oder motivierend, knapp oder erklärend. Eine klare Entscheidung schafft Konsistenz über Seiten und Kanäle. In der formellen Ansprache („Sie“) bleiben Sie direkt, höflich und lösungsorientiert; in der persönlichen Ansprache („Du“) locker, aktiv und nahbar. Mischformen verwirren.
Hilfreich ist ein kurzer Sprachkompass mit drei bis fünf Eigenschaften (z. B. „klar, verbindlich, auf Augenhöhe, lösungsorientiert“). Er dient als Referenz beim Schreiben und Redigieren.
Komplexe Sachverhalte einfach erklären
Komplexität ist kein Ausweis von Kompetenz. Im Gegenteil: Gute Texte vereinfachen, ohne Inhalte zu verkürzen. Das gelingt mit drei Hebeln:
- Kurze Sätze. Ein Gedanke pro Satz. Nebensätze nur dort, wo sie Mehrwert stiften.
- Einfache Wörter. Bevorzugen Sie gebräuchliche Begriffe vor Fachtermini.
- Logische Reihenfolge. Erst Ergebnis und Nutzen, dann Details, dann Ausnahmen.
Wenn Fachbegriffe unvermeidlich sind, führen Sie sie gezielt ein. Geben Sie eine knappe Erklärung im Satz oder unmittelbar danach. So bleiben Texte zugänglich, wirken kompetent und schrecken Leser nicht ab.
User-Centered Writing: Texte konsequent am Bedarf ausrichten
Aus dem Webdesign bekannt: User Centered Design. Übertragen auf Texte heißt das: User-Centered Writing. Der Nutzer mit seinen Zielen, Hürden und Fragen steht im Mittelpunkt. Jede Passage beantwortet eine konkrete Frage oder nimmt eine Sorge vorweg.
Stellen Sie sich vor, jemand füllt ein Formular aus: Wird nach dem Absenden klar kommuniziert, was passiert? Gibt es Feedback, dass die Eingabe ankam? Texte sind hier nicht Dekoration – sie sind Funktion. Erfolgreiche Wortwahl steigert Orientierung, Sicherheit und Zufriedenheit. Das gilt für Fehlermeldungen, Bestätigungen, Button-Texte, Hilfen und Erklärungen gleichermaßen.
Verkaufsoptimierung: Sprache, die ins Handeln führt
Texte sollen nicht nur informieren, sondern aktivieren. Verkaufsoptimierte Sprache verbindet Nutzenversprechen mit klaren nächsten Schritten. Drei Grundsätze helfen:
- Nutzennah starten. Beginnen Sie mit dem Ergebnis für den Leser – nicht mit internen Details.
- Barrieren senken. Erklären Sie knapp, was als Nächstes passiert. Unsicherheit bremst.
- Konkrete CTAs. Buttons und Handlungsaufforderungen benennen die genaue Aktion („Angebot anfordern“, „Termin sichern“) statt vager Wörter („Senden“, „Weiter“).
Verkaufsoptimierung heißt nicht Druck, sondern Führung: Sie machen den Weg sichtbar und einfach.
Eindeutigkeit: präzise statt vage
Sprache ist individuell – genau deshalb braucht sie Eindeutigkeit. Vage Begriffe wie „groß“, „bald“, „schnell“, „günstig“ laden zur Interpretation ein. Besser sind Fakten und konkrete Angaben. Statt „ein großes Team“ schreiben Sie, wie viele Menschen beteiligt sind. Statt „bald“ nennen Sie einen Zeitpunkt oder Zeitraum. Statt „günstig“ erklären Sie, woran sich der Vorteil bemisst (z. B. Leistungsumfang, Service, Laufzeit).
Präzision baut Vertrauen auf. Lesende wissen, woran sie sind, können vergleichen und entscheiden.
Struktur & Leseführung: kurze Sätze, starke Verben, klare Reihenfolge
Gute Wortwahl entfaltet Wirkung in einer klaren Struktur. Drei einfache Regeln tragen weit:
Starke Verben statt Substantivketten. Schreiben Sie „Wir prüfen Ihre Anfrage“ statt „Die Prüfung Ihrer Anfrage erfolgt“. Verben treiben an, Nominalstil bremst.
Thema vor Detail. Erst der Hauptsatz mit der Kernaussage, danach Ergänzungen. So verstehen Leser den Nutzen früh und entscheiden, ob sie weiterlesen.
Ein Gedanke pro Absatz. Absätze sind Einheiten; mischen Sie nicht mehrere Themen. Das erleichtert Scannen und steigert Verständnis.
Wenn ein Text flüssig klingt, ist er meist auch präziser. Der Lesefluss ist ein verlässlicher Qualitätsindikator.
Jargon vermeiden, Fachbegriffe erklären
Fachsprache ist intern nützlich, nach außen häufig Hürde. Der DRAFT empfiehlt, unnötige Fachbegriffe zu vermeiden. Das schließt Abkürzungen, Anglizismen und modische Buzzwords ein. Wo Fachtermini zwingend sind, fügen Sie eine kurze Erklärung an – am besten dort, wo sie gebraucht wird. Ziel ist Verständlichkeit ohne Vereinfachung. Leser fühlen sich ernst genommen, weil sie mitgenommen, nicht geprüft werden.
Beispiel-Überarbeitungen: vorher/nachher
Konkrete Beispiele zeigen, wie kleine Eingriffe große Wirkung erzeugen – ohne Inhalte zu verändern.
Vorher: „Unser Unternehmen verfügt über ein großes Team und bearbeitet Anfragen schnell.“
Nachher: „Ein Team aus 24 Mitarbeitenden bearbeitet Ihre Anfrage innerhalb von zwei Werktagen.“
Warum besser? Zahlen ersetzen Vagheit; ein klarer Zeitraum schafft Verlässlichkeit.
Vorher: „Bitte füllen Sie das Formular aus und klicken Sie anschließend auf Senden.“
Nachher: „Füllen Sie die drei Felder aus und klicken Sie auf „Angebot anfordern“. Sie erhalten innerhalb einer Stunde eine Bestätigung per E-Mail.“
Warum besser? Es wird genau beschrieben, was passiert und was der Leser erwarten darf.
Vorher: „Unsere Lösung ist günstig und bietet viele Vorteile.“
Nachher: „Sie zahlen einen Festpreis pro Monat und erhalten Support, Updates und Hosting inklusive.“
Warum besser? Konkrete Leistungen statt vager Versprechen.
Qualitätssicherung: Redigieren wie ein Profi
Schreiben ist die halbe Arbeit, Redigieren die andere. Ein kurzer Prüfzyklus steigert Qualität spürbar:
- Ziel-Check: Erreicht der Text die richtige Zielgruppe im passenden Ton?
- Kürzen: Überflüssige Wörter streichen, Doppelungen entfernen, Nebensätze prüfen.
- Klarstellen: Vage Begriffe konkretisieren, Zahlen ergänzen, Zeiten benennen.
- Handlung sichtbar machen: Ist der nächste Schritt klar? Stimmen Button- und Linktexte mit dem Versprechen überein?
- Feedback einholen: Eine fachfremde Person querlesen lassen. Wo Fragen entstehen, nachschärfen.
Diese Routine verhindert, dass Texte an Leserinnen und Lesern vorbeischreiben. Sie verbindet Verständlichkeit mit Überzeugungskraft – das Ziel jeder Wortwahl.
Fazit & nächster Schritt
Wortwahl ist kein Feinschliff, sondern zentrale Funktion Ihrer Website. Sie definiert Ton und Haltung, macht Komplexes zugänglich, führt durch Oberflächen und motiviert zur Handlung. Die Leitplanken aus dem DRAFT sind klar: Zielgruppe bestimmen, Anrede festlegen, komplexe Inhalte einfach darstellen, User-Feedback durch verständliche Texte sichern, verkaufsorientiert schreiben und präzise formulieren. Wer diese Schritte verlässlich umsetzt, reduziert Reibung, erhöht Vertrauen – und verbessert die Ergebnisse.
Wenn Sie Ihre Texte schärfen möchten, unterstützen wir Sie gerne: Zielgruppen-Tonality, Redaktionsleitfaden, Microcopy für Formulare und CTAs, Redigat Ihrer Kernseiten. Nächster Schritt: [PLATZHALTER: URL] für ein unverbindliches Gespräch.
FAQ
„Sie“ oder „Du“ – was passt besser?
Entscheidend sind Zielgruppe und Kontext. B2B und beratungsintensive Themen funktionieren oft mit „Sie“, verbrauchernahe Produkte eher mit „Du“. Wichtig ist Konsequenz: Mischformen vermeiden und Tonalität dokumentieren.
Wie lang sollten Abschnitte sein?
So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ein Gedanke pro Absatz, klare Überschriften und kurze Sätze erleichtern das Scannen. Details wandern nach unten oder auf verlinkte Seiten.
Sind Fachbegriffe immer schlecht?
Nein. Sie sind dort sinnvoll, wo sie Präzision erzeugen und in der Zielgruppe verstanden werden. Unvermeidliche Fachwörter direkt erklären, damit der Text zugänglich bleibt.
Wie optimiere ich Texte auf Handlung?
Beginnen Sie mit Nutzen, benennen Sie den nächsten Schritt konkret und senken Sie Hürden, indem Sie kurz erklären, was nach dem Klick passiert. CTA-Texte sollten die Aktion klar benennen.
Wie verhindere ich Missverständnisse?
Vage Wörter durch Zahlen, Zeiten und konkrete Angaben ersetzen. Bezüge eindeutig machen, Prüfroutinen einführen, einen fachfremden Testleser einplanen.