Inhaltsverzeichnis
- Worum es geht: Transparenz statt Überraschungen
- „Responsive“ als Aufpreis? Projektumfang sauber trennen
- „Farben sind nicht relevant“ – warum das gefährlich ist
- „Platz 1 bei Google“ – Versprechen richtig einordnen
- „Ich kann nur auf meinem Server arbeiten“ – ein echtes Argument?
- „Ich bin der Domain-Inhaber“ – Eigentum und Hoheit klären
- „Domain wechseln ist teuer“ – Kosten und Laufzeiten verstehen
- „Eine Domain kostet mehrere 1.000 €“ – wann das stimmen kann
- Praktische Leitlinien: So beauftragen Sie fair und sicher
- Fazit & nächster Schritt
- FAQ
Worum es geht: Transparenz statt Überraschungen
Eine exzellente Webseite darf etwas kosten – gute Arbeit verdient faire Bezahlung. Gleichzeitig sollten Sie wissen, wofür Sie zahlen und wo unnötige Aufschläge lauern. Wenn für eine zusätzliche Unterseite, bei der lediglich der Text getauscht wird, plötzlich mehrere tausend Euro fällig werden, fehlt es nicht selten an Transparenz im Angebot oder an klaren Regeln für Änderungen. Dieser Leitfaden bündelt typische Aussagen und Denkfehler aus Projekten und zeigt, wie Sie Kostenfallen vermeiden, Rechte sichern und souverän beauftragen.
„Responsive“ als Aufpreis? Projektumfang sauber trennen
Ob eine Seite neu konzipiert oder eine bestehende angepasst wird, beeinflusst Aufwand und Preis. Wichtig: Die meisten modernen Templates sind responsiv vorbereitet. Mit der starken Nutzung von Smartphones hat sich Webdesign von „Responsive“ in Richtung Mobile First verschoben – Inhalte und Layouts werden von Beginn an für kleinere Displays gedacht und skalieren dann nach oben.
Was bedeutet das für Sie? Responsive Verhalten ist kein exotisches Zusatzfeature, sondern Bestandteil zeitgemäßer Umsetzung. Separate Aufpreise nur für „Responsivität“ sind kritisch zu hinterfragen. Differenzieren Sie stattdessen sauber:
- Konzeptaufwand: neue Informationsarchitektur, Content-Umstellung, Bild-/Textadaptionen für Mobile.
- Template-Anpassung: Breakpoints, Typo-Skalierung, Abstände, Bildgrößen.
- Sonderfälle: komplexe Tabellen, interaktive Module oder spezielle Komponenten, die mobile Alternativen benötigen.
Wenn eine weitere Unterseite nur Text tauscht, sollte der Preis das auch widerspiegeln. Legen Sie in Angeboten fest, was als „gleichartige Unterseite“ gilt (z. B. gleiche Vorlage, gleicher Bausteinsatz) und wie Änderungen gestaffelt bepreist werden.
„Farben sind nicht relevant“ – warum das gefährlich ist
Die Aussage „Farben sind egal“ ignoriert, dass Farben aufmerksamkeits- und bedeutungsstiftend wirken. Rot zieht oft stärker den Blick an, Gelb weckt Assoziationen an Sonne und Energie. Gleichzeitig sind Farbdeutungen kulturell geprägt – was in einer Region als positiv gilt, kann anderswo anders gelesen werden. Für Ihr Projekt heißt das:
- Farben sind kein Selbstzweck. Sie unterstützen Struktur, Hierarchie und Handlungsführung (z. B. CTAs).
- Farbsysteme sollten harmonieren und kontraststark genug sein, um Lesbarkeit zu sichern – besonders auf Mobile.
- Definieren Sie ein kleines, konsistentes Set (Primär-/Sekundärfarben, Zustände), statt die Palette immer wieder neu zu erfinden.
Wer Farbe als „unwichtig“ abtut, riskiert inkonsistente Interfaces, schwache CTAs und unnötige Reibung im Nutzungserlebnis.
„Platz 1 bei Google“ – Versprechen richtig einordnen
„Wir bringen Sie in einem umkämpften Markt auf Platz 1“ klingt verlockend, ist aber meist kein seriöses Versprechen. Top-Positionen sind konkurrenzgetrieben und erfordern kontinuierliche Arbeit – insbesondere, wenn große Marken mit spezialisierten Teams auftreten. Eine Abkürzung existiert über Google Ads: Sie kaufen Anzeigenplätze und erscheinen dadurch prominent, zahlen dafür aber pro Klick/Impression.
Ihr Vorgehen:
- Organische SEO: realistische Ziele, saubere Technik, relevante Inhalte, interne Verlinkung, Geduld.
- Paid Search: zielgerichtete Kampagnen für schnelle Sichtbarkeit.
- Ehrliche Beratung: Lassen Sie sich spezifische Fragen zu Google Ads und SEO im Gespräch beantworten – ohne Heilsversprechen.
„Ich kann nur auf meinem Server arbeiten“ – ein echtes Argument?
Diese Aussage ist häufig Bequemlichkeit und selten technisch zwingend. Natürlich gibt es Setups, die bevorzugt sind, aber die Entscheidung sollte nicht aus einer reinen Komfortzone heraus zu Mehrkosten für Sie führen. Fragen Sie nach:
- Gründen für die Serverbindung (Sicherheit? Deployment? Spezielle Software?).
- Alternativen: Arbeiten in Ihrer Umgebung oder in einer neutralen Staging-Umgebung.
- Portabilität: Sauberer Export, Dokumentation und Umzugsmöglichkeiten müssen gegeben sein.
Ein seriöser Partner kann erklären, warum er eine Umgebung empfiehlt – und wie ein Umzug ohne Reibung funktioniert.
„Ich bin der Domain-Inhaber“ – Eigentum und Hoheit klären
Wenn Dienstleister Domain-Inhaber sein möchten, sollten alle Alarmglocken läuten. Wer die Domain kontrolliert, kontrolliert die Erreichbarkeit Ihrer Website. Sie verlieren Handlungsspielraum bei Providerwechseln oder Dienstleisterwechseln. Klare Leitplanken:
- Domain stets auf Ihren Namen registrieren.
- Zugänge (Registrar, DNS, Hosting) gehören in Ihre Hand – mit sauberer Rechteverwaltung für Dienstleister.
- Verträge sollten niemals eine Abhängigkeit erzeugen, die Sie bei Meinungsverschiedenheiten blockiert.
„Domain wechseln ist teuer“ – Kosten und Laufzeiten verstehen
Oft bestehen Jahreslaufzeiten. Wenn Sie die Domain umziehen, fallen bestehende Hosting-Gebühren bis zum Laufzeitende weiterhin an. Zusätzliche, pauschale „Wechselgebühren“ sind hingegen kritisch zu prüfen. Faustregeln:
- Transparente Kündigungsfristen im Vertrag.
- Übernahmekosten klar benennen (falls vorhanden).
- Finger weg, wenn Wechsel unverhältnismäßig verteuert oder künstlich erschwert wird.
„Eine Domain kostet mehrere 1.000 €“ – wann das stimmen kann
Ist eine Domain frei, kostet sie in der Regel wenig. Teuer wird es, wenn die Domain bereits vergeben ist und der Inhaber sie verkaufen möchte – dann kann ein sekundärer Marktpreis entstehen. Problematisch sind Anbieter, die automatisiert Unternehmensnamen registrieren, sobald diese im Handelsregister auftauchen.
Ihr Schutz:
- Frühzeitig prüfen und sichern, wenn der Name feststeht.
- Varianten (mit/ohne Bindestrich, verschiedene TLDs) sinnvoll reservieren.
- Bei bereits vergebenen Domains Kosten/Nutzen eines Kaufs nüchtern abwägen.
Praktische Leitlinien: So beauftragen Sie fair und sicher
Transparente Projekte beginnen mit klaren Spielregeln. Nutzen Sie diese Leitlinien als Rahmen:
1) Angebot & Leistungsbeschreibung Verlangen Sie eine konkrete Beschreibung: Seitenumfang, Seitentypen, Funktionslisten, Responsivität als Standard, Bild-/Text-Umfang, Zahl der Korrekturschleifen, Übergabeart (Zugänge, Dokumentation).
2) Preislogik für Erweiterungen Definieren Sie, was eine „gleichartige Unterseite“ ist und wie Content-Only-Änderungen bepreist werden. So vermeiden Sie, dass ein schlichter Texttausch zum Großposten wird.
3) Rechte & Zugänge Domain und Hosting auf Ihren Namen, Admin-Zugänge für Sie, sauber geregelte Rollen für Dienstleister. Stellen Sie sicher, dass Export/Umzug jederzeit möglich ist.
4) Technik & Pflege Responsive Umsetzung, Performancegrundlagen, Backups, Update-Strategie. Klären Sie, wie Wartung organisiert ist und was sie umfasst (Updates, Monitoring, Sicherheit).
5) SEO & Tracking-Basics Keine Heilsversprechen. Stattdessen: saubere Struktur, Metadaten, Bild-Alt-Texte, Sitemap, robots.txt sowie grundlegende Tracking-Konfiguration nach Ihren Vorgaben.
6) Vertragsklauseln Kündigungsfristen, Exit-Szenario (Datenübergabe, Quelltexte, Assets), Domain-/DNS-Hoheit, faire Zahlungspläne entlang Meilensteinen statt hoher Vorkasse.
7) Kommunikation Klare Ansprechpartner, definierte Feedbackfenster, Protokolle über Kundenportal oder vergleichbare Tools. So bleiben Entscheidungen nachvollziehbar.
Fazit & nächster Schritt
Transparenz ist kein Luxus, sondern Risikomanagement: Sie schützt vor unnötigen Kosten, verhindert Abhängigkeiten und sorgt für handhabbare Projekte. Prüfen Sie Angebote auf klare Leistungsbeschreibungen, hinterfragen Sie fragwürdige Aufpreise, sichern Sie Domain- und Systemhoheit – und bestehen Sie auf klaren Exit-Regeln. So behalten Sie die Kontrolle: in der Umsetzung, im Betrieb und bei allen zukünftigen Änderungen.
Möchten Sie Ihr Vorhaben auf eine klare, faire Basis stellen? Wir besprechen in einer kostenlosen Erstberatung Ziele, Umfang und Stolperfallen – und erstellen ein Angebot, das versteht, was Sie brauchen, statt Leistungen künstlich aufzublähen.
FAQ
Sollte „Responsive Design“ separat berechnet werden?
Zeitgemäße Templates sind responsiv vorbereitet. Zusätzliche Kosten entstehen nur dort, wo konzeptionelle oder technische Sonderfälle vorliegen (z. B. komplexe Tabellen, interaktive Module). Ein genereller Aufpreis allein für „Responsivität“ ist kritisch zu prüfen.
Wie erkenne ich transparente Preise für Unterseiten?
Lassen Sie definieren, was eine „gleichartige Unterseite“ ist (gleiche Vorlage/Bausteine). Vereinbaren Sie klare Sätze für reine Text- oder Bildtauschs. So wird ein einfacher Content-Wechsel nicht zum Großposten.
Weshalb sind Domainrechte so wichtig?
Wer die Domain kontrolliert, kontrolliert die Erreichbarkeit Ihrer Website. Registrieren Sie Domains stets auf Ihren Namen und verwalten Sie Zugänge selbst. Dienstleister erhalten nur die nötigen Rechte – nicht die Eigentümerschaft.
Ist „Platz 1 bei Google“ ein seriöses Versprechen?
In stark umkämpften Märkten ist ein Platz-1-Versprechen unseriös. Organische SEO braucht Zeit und Substanz. Schnelle Sichtbarkeit ist über Google Ads möglich – gegen Budget. Seriöse Angebote erklären den Unterschied offen.
Darf ein Dienstleister auf seinem Server arbeiten?
Ja, wenn Gründe und Übergabeprozesse klar sind. Wichtig ist die Portabilität: Staging, Dokumentation, Export und Umzug müssen ohne Hürden möglich sein. Reine Bequemlichkeit ist kein Argument für Mehrkosten oder Abhängigkeiten.
Warum kann eine Domain sehr teuer werden?
Freie Domains sind günstig. Teuer wird es, wenn die Wunschdomain bereits vergeben ist und der Inhaber sie verkaufen möchte. Sichern Sie Namen frühzeitig und prüfen Sie Varianten, um hohe Sekundärmarktpreise zu vermeiden.